Date: Feb 25th, 10:23
Post-Number: 225

Genervt vom luziden Träumen


Ich will nicht Gott spielen

Zum einschlafen nehme ich gelegentlich Schlaftabletten und Benzodiazepine, und manchmal auch "trämerische" Substanzen (5-HTP, Opioide), die Trläume intensivieren und das die Wahrscheinlichkeit auf luzides Träumen bei hohen Dosierungen erhöhen. Solche Opioid-Träume sind oft sehr gruselig, und bei weitem nicht immer positiv, aber das stört kaum, es ist eher als schaue man einen spannenden Film und ist mitendrin, aber man weiß, dass es ein Film ist, und man jede beliebige Rolle in diesem Film einnehman kann, sowie sämtliche physikalischen Gesetze ignorieren kann. Man kann Gott spielen.
Bei mir war das Potential zum luziden Träumen von Anfang an gegeben, ich konnte das auf ganz natürliche Weise schon als Kind, und musste das nicht erst erlernen / herbeiführen. Allerdings bringen solche Opium-Träume das ganze nochmal auf ein ganz neues Level. Man hat wirklich unglaublich viel Kontrolle über den Traum, und immer wenn einem was im Traumverlauf nicht passt, fällt sofort auf dass man die Macht hat, alles nach belieben zu ändern.
Solche Träume sind auch immer extrem detalliert und die Erinnerung an die Träume im Nachhinein ist auch immer sehr gut.
Vor paar Wochen hat es dann aber angefangen, dass mir das luzide Träumen, welches immernoch sehr regelmäßig (auch ohne Opioide) bei mir auftritt, mir auf die nerven zu gehen.
Das erste mal fiel es mir in einem Traum auf, wo mein Bruder, noch irgendwer und ich im dunkeln bei leichtem Regen eine Straße entlang liefen. Mir fiel (einfachso, ohne konkreten Anhaltspunkt) auf dass es sich um einen Traum handelte, und da war ich zum ersten mal etwas genervt davon. Ich änderte das Wetter zu klarem Sternenhimmel und verzichtete auf weitere modifikationen in diesem Traum, da ich dazu einfach zu faul war. Schlafen ist doch zum erholen da, dachte ich mir, und wollte einfach nur unwissend durch den Traum gleiten, ohne zu wissen dass es ein Traum ist. Einfach entspannen. Luzid zu träumen ist immer sehr anstrengend, je nachdem wie viel man ändert. Das ist harte Kopfarbeit, bewusstes Denken im Traum, wo das Gehirn sich doch eigentlich erholen sollte.
Mein letzter luzider Traum fand am OPN statt, wo ich, sobald ich bemerkt habe dass es ein Traum ist, aus meinem Zimmerfenster gesprungen und auf die Straße gerannt bin, um ein Auto anzuhalten, um die Insassen zu zwingen mich nach Griechenland zu fahren. Dann fiel mir während der Fahrt auf dass die Länge des Traums zeitlich vermutlich nicht ausreichen wird um nach Griechenland zu reisen (auf Zeit habe ich nich sooo viel Einfluss da meine Träume immer sau detalliert sind), und brach das Vorhaben wieder ab, und ärgerte mich darüber dass mir schon wieder aufgefallen ist, dass es ein Traum ist, und mir einfach nichts mehr einfiel, was ich machen wollen könnte, weil ich schon so oft luzid geträumt habe und schon alles spannende ausprobiert habe (von hohen stellen runter springen, in der Luft rum fliegen, im All unterwegs sein, wie bei Star Trek neue Planeten entdecken und erforschen,...).

Einfach schlafen, einfach erholen, inaktiv in einer beobachter-Rolle... das wäre nice.
Ich habe aktuell auch heftige einschlafprobleme...




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Date: Feb 12, 12:49
Post-Number: 224

Einstellungstest / Vorstellungsgespräch


AUF SHROOMS UND BENZOS!

Ich hatte neulich einen Einstellungstest mit Vorprechen und uiuiui das war ne interessante Erfahrung ^^
Da ich mir nüchtern momentan nicht viel zutraue, und auch einfach schon so lange nicht mehr in solchen Situationen gewesen bin, hat mir ein netter Unbekannter ein Glückspilzchen auf der Zugtoilette in den Mund geschoben und mich gezwungen es zu schlucken.
Getimed war das Ganze so, dass der Einstellungstest genau dann stattfand, wo die Wirkung gerade von 100% langsam absinkt, also am Ende des Peaks.
Gegen Ende der Zugfahrt war der Pilz dann deutlich zu merken, die Welt war viel bunter, und mein Hirn war im Denkfluss und auf Hochleistung.
Genau das war auch der Zweck des Pilzes: Hirnaktivität erhöhen, um den darauf folgenden Benzos (die die Hirnaktivität eher einschränken) entgegenzuwirken.
Am Zielort angekommen begannen allerdings auch die Nebenwirkungen des Pilzes einzutreten: Schlechter Orientierungssinn, verzerrte Wahrnehmung.
Ich war noch nie zuvor in diesem Ort, was es mit der Orientierung noch schwerer machte. Die Strategie "Follow the crowd" (=Folge der Menschenmenge) wurde angewendet um aus dem Bahnhof herauszufinden und die richtige Richtung zum Zentrum einzuschlagen. Von da an versuchte ich einfach nur nirgendwo abzubiegen, um, wie geplant ins Zentrum zu kommen. Ich hatte einen ausgedruckten Screenshot von Google Maps in den Händen, aber der hat mir garnichts gebracht XD Nichts darauf habe ich gefunden oder wiedererkannt, bis ich es dann doch tatsächlich durch stures geradeauslaufen zum Zentrum schaffte.
Als ich mir sicherer wurde, das Zentrum gefunden zu haben nahm ich meine beiden (legalen) Benzos ein, die damit 55 Minuten vor dem Termin eingenommen wurden, sodass auch deren Wirkung beim Termin auf 100% sein würde.
Sowohl der Pilz als auch die Benzos gab es übrigens auf nüchternen Magen, um die höchstmögliche Wirkintensität zu erzielen, und übelkeit zu vermeiden. Die Benzos bekamen ein paar Minuten Einwirkzeit, und dann machte ich mich daran, Mittagessen zu beschaffen, denn sobald die Medikamente vom Körper absorbiert wurden, so der Plan, musste es etwas Kohlenhydrate-reiches zu Essen geben, um die Konzentrationsfähigkeit des Hirns während des Termins noch weiter zu begünstigen. Ich holte mir was bei der Restaurantkette Subway, was ebenfalls nicht einfach war. Beim Bezahlen machte der Kassierer mein Essen gegen meinen Willen zum Menü, damit ich weniger zahlen muss, und steckte mir noch ein Bonbon mit in die Tasche, was mich so sehr ärgerte, dass ich meinen vorherigen Plan, dort auch Abendessen zu holen sofort verwarf, und beschloss dort erstmal nicht wieder hin zu gehen.
Nach viel orientierungslosem umherirren fand ich irgendwann mein nächstes Ziel: die Haltestelle der Straßenbahn die mich zum Termin fahren sollte. Aus Zeitmangel begann ich mein Sandwich an der Straüenbahnhaltestelle zu essen, und als die richtige Bahn dann kam, stieg ich ein, und aß noch während der Fahrt das Sandwich auf, und trank noch ausreichend Wasser. Den Keks vom aufgezwungenen Menü und das Bonbon beschloss ich, dem nächsten Obdachlosen zu schenken, den ich sehen würde.
Dass ich mich kaum an die Fahrt mit der Straßenbahn erinnern kann ist ein Indiz dafür dass an dem Punkt die Benzos angefangen haben zu wirken. Ich schaffte es (keine Erinnerung daran) irgendwie scheinbar an der richtigen Haltestelle auszusteigen, und ging, wieder mit einem ausgedruckten Screenshot in der Hand, in die richtige Richtung los, zum Termin.
Die richtige Straße habe ich gefunden, doch dann wurden die Orientierungsprobleme wieder stärker und ich fand das Haus nicht. Irgendwelche Menschen die ich fragte schickten mich in die falsche Richtung, und irgendwann sah ich ein, dass ich es nicht mehr finden würde, und rief Schaf an, welcher mich orientierungslosen Junkie dann per Telefon zum richtigen Haus navigierte =D
Ich war 2 Minuten zu spät, aber das wurde dort nicht bemerkt / ignoriert.


Schriftlicher Einstellungstest

Ich wurde vom Personal dort in ein Besprechungszimmer geführt, und mir wurde meine Tasche und mein Handy abgenommen (Damit ich keine Hilfsmittel benutzen konnte beim Test)
Nun leidet der Beitrag leider ein wenig unter der Nebenwirkung der Benzos: Vergesslichkeit. Ich weiß noch, dass viel Mathe, Chemie, Allgemeinwissen und Rechtschreibung im Test vorkamen, und dass der Test 9 Seiten lang war. Als mir der Test vorgelegt wurde dachte ich nur so "Fuck, ich bin viel zu Dicht, das schaff ich nie" mit dem Blick auf die erste Seite die nur aus Mathe bestand.
Da der Rest recht easy oder meiner Einschätzung nach irrelevant war, erinnere ich mich an den Mathe-Teil wohl am besten^^ Es ist echt schwer auf Shrooms Mathe zu machen T_T. Ich füllte erstmal alles andere aus, und machte Mathe dann zum Schluss, wo ich ja dann auch über den Wirkpeak der Shrooms drüber war und die Zahlen und Rechenzeichen wieder Anfingen Sinn in meinem Kopf zu ergeben. Zeitlich war es genau passend, ich hatte 1 Stunde Zeit und wurde genau dann fertig, wo die Zeit rum war.


Gespräch

Im Anschluss wertete meine nette und nerdige Ansprechpartnerin den Test mit mir gemeinsam aus und es stellte sich heraus, dass ich im Mathe-Teil nur einen Fehler hatte, im Chemie-Teil war ich auch relativ fehlerarm, im Rechtschreibungs-Teil hat sie mich gelobt, aber dann kam mein übliches Problemgebiet, das Allgemeinwissen, da war sie nicht ganz so zufrieden mit mir, besonders da ich die Frage "Was ist Himmelfahrt für ein Feiertag?" nicht beantworten konnte. Sowas war schon immer meine Schwäche.
Da ich im Naturwissenschaftlichen aber so gut war, und im Gespräch auch recht seriös war, lud sie mich zu einem zweiten Termin dort ein, welcher aktuell noch nicht stattgefunden hat.
An der Stelle war die Situation dann so abstrakt, dass ich kam glauben konnte, dass sie Real war. Die Tatsache dass ich auf Downern und Psychedelika zum Test ging, statt, wie normale "Junkies" das machen, auf Koks oder Speed, war so unglaublich belustigend. Und dass ich den Test so dann auch noch bestand, und mir in dem Moment auch klar war, dass ich mich hinterher kaum mehr erinnern können werde wie ich das geschafft habe (ich kenne ja Benzos^^) war einfach so surreal.
Ist es eine geheime Macht, wenn man genau studiert hat wie Medikamente auf einen wirken, und diese gezielt zu seinem persönlichen Vorteil nutzen kann, ist das cheaten? Oder ist es eher so dass ich so angewiesen auf das gezielte umjustieren meiner Persönlichkeitsmerkmale, Eingenschaften und Funktionsfähigkeit bin, dass ich es mir nüchtern garnicht mehr zutrauen würde, mich in solche Situationen zu begeben? Bin ich zu abhänging von Medikamenten? Ist es überhaupt relevant? Zählt am Ende nicht nur das Ergebnis? überwiegt die Tatsache dass die Mission erfolgreich war den fragwürdigen Weg den ich gegangen bin? Denkt euch euren Teil. Für mich steht die Antwort bereits fest.


Danach, Wochenende

Mein Hirn war so ausgelaugt und Matschig, ich erinnere mich nur noch sehr dunkel an die weitere Reise nach Leipzig, wo mir dann auffiel dass ich diesen blöden Keks noch hatte und dieses doofe Bonbon. Ich lief also nochmal kurz ein Stück in die Stadt rein, um einen Obdachlosen zu suchen. Ich fand zwei. Um mir die Entscheidung zu erlechtern wem ich das Zeug gebe, gab ich dem anderen ein Geldstück.
Dann (keine klaren Erinnerungen zwischendurch) war ich plötzlich bei Schaf zuhause und bekam Nudeln mit Spinat zum Essen (Von Schaf selbst gekocht!). Durch das viele Essen kam ich über mein Kalorien-Maximum (von 1750/Tag), weshalb ich die nächsten zwei Tage das Mittagessen ausfallen lies.
Sonntag waren wir Schafs Eltern besuchen, Mama Lamm hat sich beschwert dass ich "Zu dünn geworden" sei (als ob xD) und doch bitte mehr essen solle.
Sonntag Nachmittag ging es dann zurück ins OPN, und damit endet die Story.