Nord-Griechenland


Allererster Flug!
Auf dem Weg zum Bahnhof hätte ich fast meinen Zug verpasst, da die Brücke zum Bahnhof plötzlich weg war.
Die wurde abgerissen (weil kaputt wegen Flut), daher musste ich spontan mit Reisegepäck durch die Elster klettern.
Dann hielt die Bahn auch noch am falschen Gleis an, weshalb ich dann direkt über die Gleise zur Bahn rennen musste.
Am nächsten Tag fuhren wir früh morgens mit dem Auto nach Berlin zum Flughafen und parkten es in einem Parkhaus.
Die ganze Situation war etwas besonderes für mich, denn es sollte nach Griechenland gehen, ein Ort, so weit weg von zuhause,
wie ich noch nie vorher war.

Zudem stieg ich zum ersten mal in meinem Leben in ein Flugzeug.
Als wir auf das Shuttle zum Flughafen warteten, warf ich mir ein paar Benzos ein, gegen die Flugangst.
Mein Platz war direkt am Fenster, und das Wetter war super, daher konnte ich ein paar tolle Fotos machen.
Fliegen mit Benzos ging sehr gut, ich hatte sie allerdings ziemlich hoch dosiert, weshalb ich im Flugzeug hin und wieder mal ein bisschen eingeschlafen bin ;D
Die Fotos hier sind entstanden kurz vor der Landung, zeigen also bereits Griechenland.


Tag 1: Ankunft in Thessaloniki
Wir kamen recht schnell aus dem kleinen Flughafen bei Thessaloniki, und Schaf navigierte uns zum richtigen Bus, der uns in die Innenstadt zu unserem Hotel brachte (Fahrkarte: 2 Euro).
Im Hotel entspannten wir uns erstmal kurz und erkundeten dann unser Hotelzimmer.
Abends verliesen wir das Hotel und liefen los, um ein Restaurant zu suchen. Nach ein wenig rumgelaufe fragten wir dann doch Google Maps^^, und wurden zu einer Straße navigiert, die voll war mit Restaurants. Ich steuerte direkt auf irgendeins der ersten zu (Benzos machen Fressflashs^^) und wir bestellten.
Bestellt man in Griechenland was zu essen, bekommt man automatisch gleich wenn man sich setzt, stilles Mineralwasser (oder in günstigeren Locations Leitungswasser) an den Tisch gebracht (finde ich super!). Manchmal auch noch was Brot-artiges. Die Restaurant-Preise sind wie in DE, nur Wasser is dort sau billig, andere Getränke dafür eher teuer.
Wir bestellten griechiche Gerichte, alles schmeckte super.
Auf dem Rückweg zum Hotel erkundeten wir noch ein wenig die Straßen, und dann gingen wir auch bald schlafen.

Tag 2: Stadt erkunden (Thessaloniki)
Wie der Titel schon sagt, waren wir am zweiten Tag damit beschäftigt, uns die Stadt anzusehen (zu Fuß), und sind unter anderem zum Bahnhof gelaufen, wo wir feststellten, dass es nur zwei Zugstrecken gab, also nur zwei Richtungen wo man mitm Zug hinfahren kann. Erschreckend wenig^^. Vorallem es gibt in Thessaloniki auch keine U-Bahn oder Straßenbahn, das einzige Verkehrsmittel, was es gibt, wenn man kein Auto hat, sind Busse, und diese waren dementsprechend immer sehr voll.
Somit beschlossen wir, uns für Tag 3 ein Mietauto zu holen.

Tag 3: Olymp (Berg der Götter), Badestrand
Mit dem Mietauto fuhren wir über Mautstraßen zum Olymp (3,40 Euro Maut für die Strecke).
Zu unserer Erleichterung stellten wir fest, dass eine asphaltierte Straße auf den Berg fuhr (bis auf ca. 1100 Höhenmeter von knapp 3000).
Es waren viele herbstliche Laubbäume dort, und es war sehr windig, wodurch die Luft voll von bunten Blättern war, einfach zauberhaft. Im Tal waren es 20 Grad Celsius, und auf 1100 Höhenmetern dann nur noch 12.
Aufgrund der Tatsache dass ich so beeindruckt vom Olymp war, und wir viel zu wenig Zeit dort verbrachten, habe ich vor, beim zweiten Urlaub in Griechenland, wo ich dann Süd-Griechenland erkunden will, den Olymp noch ein zweites mal zu besuchen, und dann auch dort ordentlich wandern und klettern zu gehen. Hoffentlich habe ich bis dahin dann auch eine bessere Kamera, um ordentliche Fotos machen zu können.
Nach einem kurzen Mittagessen in einem billigen Restaurant wo der Kellner besser deutsch konnte als englisch, ging es direkt weiter zum Strand, welcher nur 10km vom Olymp entfernt war. Wir hielten unsere Füße ins Wasser und sammelten einige Steine auf zum mitnehmen nach Deutschland.
Auf der Rückfahrt fuhren wir nur über ländliche Straßen, und bekamen einen ersten netten Eindruck der Landschaft dort. Es gab überall Plantagen mit Kiwi Bäumchen, Oliven Bäumchen und Baumwollfeldern. Es war gerade Baumwoll Erntezeit, weshalb die ganze Landschaft voller weißer Flusen war, die sich besonders an den Straßenrändern sammelten.
Wir fuhren durch einige kleine Dörfchen, und über eine einspurige instabil aussehende Holzbrücke. Die Fahrt dauerte etwa doppelt so lang wie die Hinfahrt gedauert hatte. Irgendwann kamen wir leider wieder in der Stadt an, was ich sehr traurig fand, denn die Landschaft gefiel mir dort einfach viel besser.
Der Verkehr in der Stadt war der Horror, Fahrspuren wurden dort prinzipiell nicht eingehalten, und wir mussten lange nach einer Tankstelle suchen, und dann den Mietwagen abgeben.
Am Abend gingen wir in einem Irisch/Britischen Lokal essen und trinken, wo der Kellner direkt mit uns sympathisierte, da er auch ein Dampfer war, wie Schaf.
Abends hatten wir immer das Problem, dass ich früh müde wurde, und Schaf noch wach bleiben wollte, und morgens war ich oft schon Stunden vor Schaf wach, wegen der in Deutschland unterschiedlichen Schlafrhytmen von uns. Oft bin ich dann morgens einfach zu unserem lieblings Bäcker dort gegangen und habe das Frühstück besorgt.

Tag 4: Der depressive Tag
Am vierten Tag wurde meine Depression sehr schlimm, weshalb ich den halben Tag am heulen war. Ich habe meine Medikamente vermisst, und mich enorm darüber aufgeregt wie wenig ich aufgrund der Depression den Urlaub insgesamt genießen konnte. Wir gingen an dem Tag ein wenig shoppen (Souveniers und so) und besuchten ein paar Sehenswürdigkeiten der Stadt. Es war das herrlichste Wetter, wir liefen ewig lang am Meer entlang und mir ging es einfach nur beschissen dabei. Ich hab diesen Tag gehasst.

Am schlimmsten war für mich aber, dass Schaf das alles mitbekommen hatte, und ich hatte das Gefühl, ihm damit den Urlaub zu versauen.
Ich hatte permanent die Phantasie und den Wunsch, dass mich irgendwer auf die Straße schubst, damit ich überfahren werde.
Irgendwann gingen wir dann in einem eigentlich voll netten kleinen Restaurant einer hübschen Seitenstraße was essen, und wurden da von zwei Bettlern kurz belästigt, und ich musste mich soooo sehr zusammen reißen, die nicht anzuschreien.
Das einzig positive an dem Tag war eine Haarseife (also echt son fester Klumpen wie bei ner Kernseife), die wir kauften, mit der ich dann abends im Hotel in der Badewanne meinen Spaß hatte.

Tag 5: Das Duftgebirge
Wir holten uns wieder einen Mietwagen und fuhren damit richtung Nord-Ost zum Duftgebirge (Dimosio Dasos Flamouriou). Den Namen Duftgebirge hat es von uns bekommen weil es dort den tollsten Herbstduft gab. Es war mega schön dort, und da es nicht so kalt und windig war, wie auf dem Olymp, blieben wir auch relativ lange.
Es war irgendwie sehr heilsam dort, was die Depression für diesen Tag aus meinem Kopf verbannte. Wir liefen da rum, genossen den Duft, machten Fotos, und knabberten ein paar Snacks, die wir unterwegs in einem riesigen Supermarkt an einer relativ wenig befahrenen Straße gekauft hatten.

Das Bild ist von unserem Mietwagen im Duftgebirge.
Als es dunkel wurde, beschlossen wir noch ein wenig weiter zu fahren, um ein Restaurant zu finden und dort zu Abend zu essen.
Danach fuhren wir über die Mautstraßen zurück nach Thessaloniki wo ich schonwieder nicht hin wollte^^ Also ich mein, ich hab nix gegen die Stadt an sich, aber ich habs da einfach nich lang ertragen. Es ist so unglaublich voll und laut da, viel schlimmer als in deutschen Großstädten. Da will man einfach nicht hin, nachdem man gefühlt grade am herbstlichsten, friedlichsten und am besten duftensten Ort Europas war^^.

Tag 6: Wasserfall + Roadtrip an der Nordgrenze
An dem Tag sind wir quasi nur gefahren, und haben viele tolle Dinge gesehen. Zuerst fuhren wir nach Edessa, zu einem absolut wunderschönen Wasserfall, der nicht mal auf LSD hätte schöner sein können ;)

An dem Tag war es richtig warm, 27 Grad Celsius, und wieder super tolles Wetter, wie die ganze Woche schon.
Das schöne war, dass man sogar hinter den Wasserfall laufen konnte, und dass nicht so viele Leute da waren, weil die Haupt-Urlaubssaison halt schon vorbei war. Also falls mal wer nach Griechenland reisen will, ich kann Ende Oktober absolut empfehlen, da ist es immernoch sommerlich warm dort, aber schon nicht mehr viel Tourismus.
Danach fuhren wir richtung Grenze zu Matzedonien, denn Griechenland und Matzedonien sind durch ein Gebirge getrennt, und wir sind halt Berg-Fans. Wir fuhren ein Stück den Mount Paiko ("roter Berg", sehr viel rötlicherer Sand da und durch die herbstlichen roten Blätter war das einfach nur wunderhübsch dort) rauf, bis die Straße so schlecht wurde, dass wir nicht mehr weiter kamen und umkehren mussten.
Dann an fuhren wir weiter nahe der Grenze lang richtung Bulgarien, bis es dunkel wurde, dann suchten wir wieder ein Abend Restaurant und das wo wir an dem Tag waren war das beste von allen.
BTW überall in Griechenland laufen besitzerlose Hunde rum. Bei vielen Toiletten darf man das Klopapier nicht in die Toilette werfen weil die noch nicht so moderne Rohrleitungs- und Kläranlagen Systeme haben.


Tag 7: Abreise, Rückflug, Kostenzusammenfassung
Wir packten bereits am vorherigen Abend das meiste zusammen, standen früh auf, reisten direkt Vormittags ab, alles ohne Stress.
Der Rückflug war für mich allerdings der Horror, denn ich hatte keine Benzos (Beruhigungsmittel) mehr. Reminder an mich selbst: Nie mehr fliegen ohne Benzos! Mir gings noch zwei Tage in Folge schlecht von diesem Flug. Aber man musste ja auch mal ohne Benzos testen. Nie wieder^^
KOSTEN
Die Kosten für den gesamten Urlaub (5 Nächte, 2 Personen) liegen bei
1.341,40 Euro!
Davon waren...
358,00 Euro fürs Hotelzimmer
251,50 Euro für Hin- und Rückflug
Ca. 290,00 Euro für Verpflegung (Essen, Trinken, Hygiene, Medikamente)
und demnach gaben wir noch 441,90 Euro aus für Aktivitäten und Mietwagen.

Fazit zur Nord-Hälfte Landschaftlich is Griechenland saugeil, ewige flache Ebenen, und dann steht man plötzlich vor riesigen Gebirgsketten. Was Orte betrifft, je kleiner desto besser. Thessaloniki ist anstrengend. Die Griechen an sich beurteile ich als gechillt, sehr ausländerfreundlich, teilweise aber auch zu aufdringlich bzw. sozial zu interaktiv.
Irgendwann bereise ich noch Athen und die Süd-Hälfte, um das Festland komplett kennenzulernen. Was die griechichen Inseln betrifft, da ist mein Interesse eher geringer, denn ich bin eher der Abenteuer-Urlauber-Typ, nicht der Strand-Urlauber-Typ^^.